Ich bin ja Vater einer Tochter. Da gehört Angsthaben-ums-Kind glaube ich dazu. Also klar, ich weiß, dass die Mutter der Tochter auch Angst ums Kind hat, aber ich glaube, bei Papas ist das noch mal was anderes. Ich hatte Angst vor Rosa. Und vor Prinzessinnen. Nicht meinetwegen. Ich komme mit Rosa und Prinzessinnen gut zu Recht. Ein paar meiner besten Freunde sind welche. Aber dem Kind wegen hatte ich Angst vor Rosa und vor Prinzessinnen. Und das nicht ganz zu Unrecht, wie man aktuell bei dem Nuf nachlesen kann.
Zwei Dinge allerdings haben mir diese Angst genommen. Zum einen der schon etwas betagte Artikel Papas, please let your babies grow up to be princesses von Sara Chipps, die für Jewelbots arbeitet oder gearbeitet hat, einer Firma, die irgendeines von den neuen Programmierspielzeugen extra für Mädchen baut. (Jewelbots habe ich mir selber noch nicht so genau angesehen.)
the opposite of science isn’t girl
the opposite of build isn’t girl
the opposite of make isn’t girl
Ich weiss, ich weiss … das Nuf und Antje Schrupp reden da noch über etwas anderes, schlimmeres, aber das lasse ich mal geflissentlich beiseite, weil schon der Punkt alleine mir als Tochtervater wichtig ist (was nicht heissen soll, dass mir der Punkt vom Nuf und Antje Schrupp nicht wichtig ist, aber dazu vielleicht wannanders mehr).
Das andere, was mir eigentlich sogar noch mehr Mut gemacht hat, ist der kurze Blogartikel „Being Hermine“ von Frau Zerozero, denn ich weiss, dass Dr. Schmotzen – die dort zu sehende Karnevalesin – eine nicht zu wenig intensive Rosa-Phase hinter sich hat. Da war ich glatt mitstolz auf die Familie Limitofcontrol-Parolepeng als ich das gesehen habe und mein Herz quoll über vor Vorfreude auf kommende Nicht-Prinzessinnen-Karnevalse der kleinen Giraffe (die sich dieses Jahr überigens erste Zuhause selber und in nur 30 Sekunden improvisiert als Feuerwehrfrau verkleidete … nur um sich dann in der Kita doch wieder in eine Feenprinzessin zu verwandeln).
Im Grunde ist es ein weiteres Mal die Lektion des Platzregens aus dem Hagakure.
Man muss ‚die Lektion des Platzregens‘ verstehen. Ein Mann, der unterwegs von plötzlichem Regen überrascht wird, rennt die Strasse hinunter, um nicht naß und durchtränkt zu werden. Wenn man es aber einmal als natürlich hinnimmt, im Regen nass zu werden, kann man mit unbewegtem Geist bis auf die Haut durchnässt werden.
Diese Lektion gilt für alles.
Man erstetze „Regen“ mit „Prinzessin“ und „nass“ mit „rosa“ und siehe da … ich muss ja sagen, dass ich „Frozen“ schon seit dem ersten gucken sehr mag, und jedes Mädchen bestens verstehen kann, das gerne Elsa ist … obwohl ich Anna eigentlich kuhler finde, aber ich bin ja auch kein Kind mehr …

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