Ich will Angreifbarkeit, Inkonsequenz, Sinnlosigkeit, Sich-aus-dem-Fenster-lehnen, Das-Herz-auf-der-Haut-tragen und Sich-selber-unangespitzt-in-den-Boden-rammen.
Ich will bis ans Ende der Fahnenstange und dann weiterklettern. Ich will missverstanden werden. Ich will unverstehbar sein. Ich will die Tausenddeutigkeit. Ich will die Provokation bis ins Hysterische treiben. Ich will jeden Tag bereuen. Ich will mich verurteilen und an mir zweifeln. Ich will die Selbstzerfleischung, meinen Verstand auf Messersschneide zwischen Irrsinn und Kalkulation herbei inszenieren. Ich will die Menschen so sehr lieben, dass ich aus dem Weinen nicht mehr raus komme. Ich will endlose Gnade und Barmherzigkeit, will niederknien und mich unterwerfen. Ich will bedingungslos scheitern. Manche Fehler kann man gar nicht oft genug machen und pure Vernunft darf niemals siegen. Ich will Verfall und Vergänglichkeit, Irrtum, Zögern und Hadern. Ich will Schwäche, Angst, Verwundung und Trauer. Es soll weh tun. Ich will das Unfertige und Halbgare, das Untalentierte und Stümpferhafte. Ich will Flausen. Ich will Müdigkeit und Erschöpfung. Ich will die Kapitulation und den Untergang! Ich will im Herzen der Finsterniss und in den elysischen Feldern wandeln.
Wo sind die Poststrukturalisten, wenn man sie mal braucht,
wo die Dekonstruktivisten, wenn es mal Ernst wird?
Blogs sind dann am besten, wenn sie am weitesten vom Journalismus entfernt sind. Götter, wie sehr ich Klaus Kinski und Christoph Schlingensief vermisse, wie sehr sie mir fehlen!

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