Zum ersten Mal habe ich Christoph Schlingensief 97 in Talk 2000 gesehen. Die nur achtteilige Sendung wurde schnell zum Plfichttermin in meiner Wohnheim-WG und zemtentiert bis heute für mich die Aura Schlingensiefs. Nachem Harald Schmidt ihn in Grund und Boden diskutiert hatte, prägt Schlingensief die Worte „Es geht hier auch darum, sich selber unangespitzt in den Boden zu rammen.„, die mir viel über unsere Genration erklärt haben.
Schon ein Jahr später schaffte es Schlingensief dann mit dem Konzept auch in die ganz große Öffentlichkeit. „Scheitern als Chance“ hieß der Slogan der Partei „Chance 2000“, die er zur Bundestagswahl ’98 gründete. Offiziell trug die Partei den Namen „Partei der Arbeitslosen und von der Gesellschaft Ausgegrenzten“ und machte deutlich, was Schlingesief jenseits des Enfant-Terrible-Daseins für mich seither ausmacht: Kunst mit gesellschaftlicher Willen.
Bis 2004 machte er immer mehr Aktionen, Aufführungen und Filme. Ich habe keine Ahnung, wie der Mann das hinbekommen hat. Er muss arbeiten, wie ein Irrer. 2004 inszenierte Schlingensief dann seine erste Oper bei den Wagnerfestspielen in Bayreuth. Das änderte einiges. Schlingesief war angekommen. Klar hatte er sich vorher gut mit Alexander Kluge unterhalten. Und klar war das alle Hochkultur was er da trieb. Aber sein Engagement in Bayreuth war irendwie … ein Ende. Was will und kann man noch erreichen als Regisseur in diesem Land?
Jetzt geht es ihm nicht so gut. Seit 2008 leidet er unter Lugenkrebs. Höchste Zeit ihn hier als Liebling des Monats zu ehren.

Schreibe einen Kommentar