Mit Filmen und Figuren, die wir darin sehen ist das so eine Sache. Früher hab ich immer Indiana Jones und MacGyver gesehen und wollte gerne so weden wie die. Das „wie jemand wollen werden“ hab ich dann irgendwann dran gegeben, wahrscheinlich mit Ende der Pupertät und oder mit Erhalt des Abiturs. So als Zivi und Student puckt man so rum und ist einfach nur, wer man so ist – man hat ja auch reichlich Zeit, sich um sich selbst zu kömmern. Mit Einstieg in des „echte“ Leben bleibt einem für die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit kaum noch Zeit – vielleicht ist man die narzistische Selbstbeschäftigung auch einfach leid, wenn man langsam auf die 30 zugeht.
In den wenigen lichten Momenten der Selbstreflexion stell ich allerdings immer öfter fest, dass ich in mir tatsächlich immer öfter Figuren aus Fiktionen entdecke, in Sprache, Gestust, Blick und Einstellung. Von der Natur, den Genen und der Pubertät mit einer tiefen Stimme ausgestattet, die durch schlechten Schlaf und schlechte Laune nur noch tiefer wird, erwische ich mich in letzter Zeit regelmäßig, wie ich über dumpfen Gedanken brütend in meinem Sessel sitze und vor mich hin brabbele als hätte ich Wattebäuschen in den Backen. Benjamin, Benjamin, wir kennen uns seit sovielen Jahren, aber ich kann mich nicht erinnern, wann Du mich das letzte Mal auf einen Kaffee in dein Haus eingeladen hast…
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