Seit geraumer Zeit fahre ich ja täglich mit dem ÖPNV (ÖPNV? Öffentlicher Personen Nachverkehr) zur Arbeit. Und seit ein paar Monaten befinden wir uns ja im kälteren Teil des Jahres. Mit Freude beobachte ich seither Krähen. Was für schöne Tiere. Schön schwarz schön. Die Sicherheit gut gekleidet zu sein, kann einem keine Religion der Welt geben. In diesem Sinne können sich die Krähen ganz wohl fühlen. Schon vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass die guten stets während ich auf den Bus warte über meinen Kopf hinweg Richtung Innenstadt fliegen. Mal vereinzelt, mal in kleineren Gruppen. Stets unter verhaltenem, noch verschlafenem Krächzen. Ihr Zug in die Innenstadt hat was großartiges. Es wird Tag. Die Menschen verlassen ihre Häuser und ziehen in die Stadt zur Arbeit oder sonstwas und die Krähen kommen mit. Was sie dort wollen leuchtet mir nicht so recht ein, aber ihr Ruf erweckt in mir das falsche aber schöne Gefühl, dass es nichts gutes ist.
„Ja , zieht ihr nur in die Innenstadt! Und beäugt das Volk dort nur recht misstrauisch! Kächzt schön herum mit euren Stimmen und macht euren Herrschaftsanspruch schön deutlich!“
Heut Morgen als ich vor die Tür trat, war ich allerdings platt. Gegenüber meinem Haus ist eine große Wiese und dahinter eine leerstehende Fabrik und eine alte Schule. Auf dem Dach der Fabrik, der Schule und in den Bäumen dazwischen hatten sich hunderte Krähen zusammengefunden. Viel saßen so rum und frohren wahrscheinlich. Große Schwärme aber kreisten weitestgehend unstrukturier über dem sich mit bietenden Anblick, der ein grandioser war, das kann ich euch sagen. Nur einmal hab ich bisher eine solche Ansammlung von Krähen erlebt, das war in Berlin, gerade als ich auf dem Dach des Reichstages war. Hunderte, vielleicht sogar mehrer tausend Kärhen zogen vom Brandenburger Tor in den Tierpark über den Reichtag hinweg.
Und immer wenn ich soviele Krähen sehen durchschauert es mich ein bischen und es fühlt sich an, als würden sie jeden Augenblick den Platz in der Welt einfordern, den einst Hugin und Munin inne hatten mir armen Sterblichen würden sie zeigen wie Nichtig ich bin, gegen ihre Macht.
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