Zweihundertausend Flummies und Bällen im Hirn

Killefit hat ganz Recht. Ein grandioser Spot, ein grandioser Song. Allerdings trifft mich das nicht ganz so überraschend wie der guten Killefit. Für mich ist ja 2005 das Jahr des Neo-Folk im Allgemeinen und des Skandinavischen im Besonderen. Nach den Bright Eyes, Christian Kjelvand und Kristofer Åström, da fügt sich Herr Gonzales so gut ein, dass ich ihn trotz anderlautender guter Vorsätze gleich kaufen muss. Und Recht hat Killefit, wenn er den ganzen Spass hippiesk nennt. Ich hatte das im Zusammenhang mit den zuvor genannten Bands noch nicht auf dem Zaun, aber Recht hat er. Denn, noch ganz klein, in einiger Entfernung, glaube ich hinter dem neuen Folk auch die Ideen und die Wünsche der Hippies erkennen zu können. Bei den Skandinaviern hält sich das in deutlichen Grenzen, aber die Bright Eyes sind mal so politisch, wie man es sich nur wünschen kann, als politischer Mensch und so menschlich sind sie gleich dazu. Und hinter dem sehr netten Gespräch vom Wochenende scheinen mir die gleichen alten neuen Ideen und Wünsch zu warten. Und die GEO titelt aktuell der „Abkehr vom Egoismus“. Schön.

Leider schein mit die neue Freundlichkeit, der Neo-Folk, die New Hippies, genau wie ihre alten Vorbilder auch eine Gegenbewegung zu sein, eine Idee, die v.a. im Konflikt mit dem Bestehende entstanden ist. Und das Bestehende beharrt auf seinem Bestand. Erst heute wieder hat Ka. mir was aus der Uni erzählt. Kaum ein paar Jahre ist es her, da wurden in Bielefeld die altherrgebrachten Magister und Diplomstudiengänge durch Master ersetzt. Eine Idee, die in paar interessante Aspekte hatte wie ich fand, die ich hier aber nicht aufmetern will. In Ka’s Studiengang ist es so, dass es zum Bachelor genau einen Master-Studiengang gibt, der soweit Zulassungsbeschränlt ist, dass vom ersten Semester an klar ist, dass nicht jeder Bachelor einen Studienplatz im Master bekommen wird. Glückwunsch Bundesrepublik. Da haben wir mal sobuz die Qualität unserer Hochschulausbildunge halbiert. Das allein ist aber nicht das erschreckende, sondern die Auswirkungen eines solchen Systems. Der Konkurrenzdruck zwischen den Studierenden treibt Blüten, die man sonst nur von den Juristen kennt. Es werden Bücher aus der Bib geklaut, damit den anderen notwendiges Wissen fehlt. Und wer es bis in den Master schafft, fühlt sich umgehend als was besseres und findet das System, das ihn noch letztes Semester als Bachelor-Student gequält hat plötzlich gut, weil damit ja die Besten gefördert werden.

Da werden wohl 250.000 Flummis nicht ausreichen und auch ein paar skandinavische Gitarrenspieler nicht, um soviel Schlechtes wieder aus der Welt zu kriegen.
Homo homini lupus

P.S.: Was Killefit untschlagen hat: der Spot ist wirklich richtig echt mit 250.000 Flummies gemacht worden, was ich wiederum sehr schön finde, dass einer eine Idee hat, von vielen bunten Bällen, die eine Strasse runter mäandern, und anstatt drei FH-Absolventen an sechs Macs zu setzen, kauft er halt alle Flummies in ganz Scheiß-Kalifornien und wirf sie, so ganz in echt die Strasse runter. What „Mal gucken was passiert, wenn …“ is all about.


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