Die Nikopol-Trilogie von Enki Bilal gehört zu den Großen Werken der Comic-Literatur und ist substantieller Bestandteil meiner selbstbestimmten Kultursozialisation. Ausserdem kann Bilal so grandios zeichnen, wie kein Zweiter. Bilal war auch schon immer vom Kino fasziniert. Tykho Moon von ’96 mit Julie Delpy und dem alten Michel Piccoli war ein erster, wohl mehr so fehlgeschlagener Versuch, die Macht und die Stimmung Bilals Zeichnungen auf Zelluloid zu bannen.
Jetzt, im Zeitalter der digitalen Konvergenzrevolution sind die Grenzen zwischen Kino und Comic so fließend wie nie, das läßt sich am schlechtesten eigentlich an der unerträglichen Menge unerträglicher Hollywood-Marvel-DC-Produktionen vom Schlage „Spiderman“, „X-Men“ und „Fantastic Four“ ablesen. Der Wahlfranzose Bilal hatte schon immer deutlich andere Ansprüche und „Immortal“ die jetzt kommende Verfilmung der Nikopol-Trilogie soll diese endlich kompromissarm umsetzen. Dass er überhaupt im Kino war, muss ich wohl verpasst haben. Aber der DVD-Release ist am 15. Oktober – gerade noch passend für NHK 2005. Ich hoffe, der Film kann meinen Erwartungen gerecht werden.
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