Heute war mein wohl letzter Tag als Hochschuldozent. Meine Bodum ist schon im Gründerzentrum in der Meisenstraße. Work is where my Bodum ist. Ein merkwürdiges Gefühl ist das. Nicht unbedingt traurig oder wehmütig. Ich hab den Job gerne gemacht. Und gerne würde ich mein Lebtag nichts anderes machen, als das. Menschen helfen, weiter zu kommen, sich weiter zu bilden und sich selbst zu kultivieren. Mentor sein ist eine der schönsten Aufgaben der Welt. Dass ich das fast drei Jahre durfte, war ein Geschenk ohne Gleichen.
Trotzdem habe ich zwei weitere Gefühle, die in Kombination ausgesprochen erstaunlich und merkwürdig sind: das erste ist, dass es nun ernst wird. Here comes the ‚Ernst des Lebens‘ they all have been talking about all the time. Das, wofür wir immer gelernt haben. Leider hab ich umgehend festgestellt, dass ich ein paar sehr wichtige Sachen nicht gelernt habe. Aber für sowas gibts ja Bücher, denn wenn ich in den 9 Jahren was gelernt habe, dann lernen.
Das zweite Gefühl ist, nocheinmal von der Schüpe gesprungen zu sein. Im Volksmund springt man dem Tod von der Schüppe. Ganz so schlimm ist’s nun nicht. Aber die Ahnung und das Wissen, das schon während und jenseits der Promotion etwas lauert, desse fauligen Atmen ich schon riechen konnte, macht den Abschied doch leichter. Leider verstummt mit dem Sprung von der Schüppe auch der Klang der Elfen, die zwischen den Büchern ihre Elfentänze tanzten und durch die Flure ihres Elfenbeinturmes schwebten. Das werde ich ein bischen vermissen.
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