Daraus läßt sich nur ein Schluss ziehen: entweder ist Gott wirklicht tot, oder er ist voll mit gutem Whisky.
Auch wenn uns jetzt einiges ins Haus steht und Ratzingern als Oberhaupt der Nachfolgeorganisation der Inquisition alles andere als mein Favourit unter den Kandidaten steht, so hat er mit seinen ersten Worten als Papst doch umgehend bei mir Pluspunkte sammlen können:
„Liebe Brüder und Schwestern, nach dem großartigen Papst Johannes Paul II. haben die Herren Kardinäle mich, einen einfachen, demütigen Arbeiter im Weinberg des Herrn zum Diener der Kirche gewählt. Mich tröstet, dass der Herr auch mit unzureichenden Mitteln regieren und arbeiten kann. Vor allem vertraue ich mich Eurem Gebet an. In der Freude des auferstandenen Herrn gehen wir voran. Der Herr wird uns helfen. Und Maria, seine Mutter, wird uns helfen. Vielen Dank.“
Wer mich und dieses Blog schon länger kennt, weiß, dass mein Lieblingsbuch Ivan Illichs „Im Weinberg des Textes“ ist. Auch wenn Illich kein Theologe ist und auch wenn es ihm in dem Buch um Typographie ging, so hat Illich doch auch religiöse Hintergründe mit vermittelt und das Bild vom Weinberg ist mir seither zutiefst sympathisch.
Aber dass er sich selbst als einfachen demütigen Arbeiter
bezeichnet und – was daraus folgert, dass Gott dazu neigt mit unzureichenden Mitteln regieren
ist prinzipiell eine Einstellung die mir zutiefst sympatisch ist, ja geradezu mit Freude erfüllt. Gott ist auch nur ein Dilletant, wie Du und ich und Ratzinger.
Leider steht zu befürchten, dass Ratzinger ein fieser Heuchler ist, was sich aber in den kommenden höchst interessanten Jahren zeigen wird. Denn ob er wahrhaft ein einfacher demütiger Arbeiter ist, oder ob er der radikalkonservative katholische Betonkopf ist, werden seine Taten zeigen, die gerade jetzt und in diesem Land und in diesem Blog begleitet werden, wie wohl bei keinem Papst zuvor.
In diesem Sinne möchte ich Benedikt dem XVI. nocheinmal den großen Wiglaf Droste entgegen werfen:
Du wills sein wie Jesus Chistus?
Nimm den Hammer und dann bist du’s.
Vergiss die langen Nägel nicht!
Denn du bist kein Leichtgewicht.
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