Schon vor ein par Wochen hab ich dieses Buch in der Uni am Bücherstand von Luce für 5 Euro erstanden. Kaum hatte ich das gute Stück entdeckt, war auch schon klar, dass ich es unbedingt haben musste. Ich hätte auch mehr als 5 Euro bezahlt.
Als ich noch aktiv am cybersamurai.de projekt gearbeitet habe, wäre ich ob dieser Entdeckung im n-Eck gesprungen. Das es Fotos von echten Samurais gibt, war eine der überaus erstaunlichsten und verblüffendsten Einsichten meiner Beschäftigung mit Japan. Das ist in etwa so, als gäbe es Fotografien von Rittern, oder Legionären. Das erste Foto von Samurais habe ich im „Was ist Was“ Band über Samruais gefunden, das ich damals kaufte.
Inzwischen ist diese Tatsache für mich nicht weiter verblüffend, aber dennoch war ich schwer beindruckt, als ich mir in Ruhe das Buch durchsah. Ein paar wenige Fotos sind gestochen scharf und ohne die Insignien der frühen fotografie, wie merkwürdige Fototapete oder europäischer Kleidung der Jahundertwende. Aus Ihnen sind Samurai oder Bürger so zu sehen, als wären sie erst gerstern in schwarz-weiß fotografiert.

Dieser Mann ist wohl schon seit gut 100 Jahren tot, wahrscheinlich mehr. Er hat keinen Namen, und es gibt wohl niemanden mehr, der weiß, wer er war. Alle Erinnung, dass er je auf dieser ERde war ist vergangen, bis auf dieses Photo, auf dem er aussieht, als würde er gleich aufstehen und dem Betrachter die Hand schütteln.
Wieviel Tragik in diesem Bild liegt; wieviel von dem was unsere Leben im Kern ausmacht. Es gibt kein Unterscheidung zwischen denen die Spuren hinterlassen und denen die nach ihrem Tode einfach verschwinden. Es ist nur eine Frage der Zeit, und von jedem Menschen bleibt nichts als Nichts überig.
Das ist ein schwerer Schlag für eine so selbstverliebte Zeit, wie die unsere, und ein Grund mehr, die Werte und Lebensweisen, dieser Menschen, die nur noch auf Photos existieren ein wenig mehr zu studieren und zu schätzen.

Schreibe einen Kommentar