Wenn man in Ostwestfalen aufwächst kommt einem das Land grau vor: unsere Innenstädt sind bis auf minimalste Ausnahmen grau und der Himmel hat meist eine bleiernde Farbe. Erst als ich zum ertsten Mal in Spanien war, fiel mir auf, wie grün Deutschland eigentlich ist. Unsere Städte sind voll von Bäumen, Grassflächen und aus jeder Bürgersteigritze wächst Grass, wo man es läßt. Und jetzt, im Spätfrühling/Frühsommer, wenn all das Grün nicht unter Hitze oder Kält leidet sonder reichlich Regen und Sonne hat, drängt es mit Macht überall hin. In unserem Kellereingang wächst Getreide, auf dem Dach der Unibibliothek unter meinem Fenster wächst ein Busch [s.u.] und bei Sweeny wachsen sogar Tomaten aus dem Spülbeckenüberlauf. Alles ist Satt und Grün.
Und ich bin überzeugt, wenn heute alle Bielefelder woanders hinziehen, und hier niemand mehr das Laubeinsammelt, den Rasenmäht, die Bürgersteige von gras befreit, dann sind in 20 Jahren von Bielefeld nur noch der T.elekom T.ower und die Uni zu sehen. Der Rest ist zugewuchtert oder auf bestem Wege dort hin. Die Strassen wären zunächst nur mit Laubbedeckt, aber schon nach 5 Jahren liegt dort soviel davon, dass es ausreicht, damit Pflanzen dort Halt finden. Und wo kleine Pflanzen Wachsen, da wachsen bald auch große Pflanzen. Und so geht das immer weiter.
Wenn kein Mensch mehr Hand an diese Stadt legt, wird hier ein schöner mitteleuropäischer Urwald entstehen. Was für eine überaus
beruhigende Vorstellung.
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