Wolf among Wolves

Bis heute habe ich noch gedacht, dass es 'nur' schlimm wird. So wie weiter wie bisher halt. Alle paar Monate eine Irrsinnsidee aus einem Ministerium.
Aber dass es so schnell so dicke kommt, hätte ich nicht gedacht. Die Regierung steht noch nichteinmal. Und die Wunschliste des Bundesinnenministeriums ließt sich wie eine Anleitung zu Erichtung einer Dikatur. Zu einer der potentesten Diktaturen der Weltgeschichte.

Eigentlich ist es nur konsequent und eigentlich hätten wir damit rechnen können. Ja wir hätten damit rechnen müssen. Die Konservativen und die Generation der Eltern hat halt ein Jahrzehnt gebraucht, bis sie das Internet verstanden hat. Aber jetzt haben sie es vertanden. Und sie haben ganz genau verstanden, was wir ihnen da geschenkt haben. Und sie haben es allerbestens verstanden, es für ihre Zwecke zu nutzen.

Seit heute habe ich Angst vor den kommenden vier Jahren. Richtig Angst. Und ich bin froh, keine Kinder zu haben. Hätte ich Kinder – ich würde das Land verlassen. Was unsere Regierung hier baut; wofür sich die Mehrheit dieses Landes entschieden hat; was wir nach den Prinzipien der Demokratie für gut und richtig halten; das macht mir Angst. Mehr Angst vor der Zukunft als ich je hatte.
Und ich hätte noch gestern nicht geglaubt, dass ich das je sagen würde, aber … meine größten Hoffnungen ruhen jetzt auf der FDP. Hoffentlich haben sie das Rückgrat, dem Liberalismus, den sie im Namen tragen auch zu jener Freiheitlichkeit zu verhelfen, ohne die er nur eine bigotte Phrase ist.

Sollte ihnen das nicht gelingen, könnte in vier Jahren "wählen" nicht mehr ausreichen.

~ Vom 3. 10. 2009   – < rückwärts & vorwärts >
~ Ressort: Denken

Kommentare


Und das Imperium sucht auf

Und das Imperium sucht auf Pro7 den Unterschlupf der Rebellen.


Oh! Danke für die Ergänzung!

Oh! Danke für die Ergänzung! Das hätte ja eigentlich von mir kommen müssen. Großartig, Rouven!


Ich teile Deine Befürchtungen

Ich teile Deine Befürchtungen (und Deine Hoffnung auf die FDP). Ich nerve meinen Freundes- und Bekanntenkreis schon länger mit den Unkenrufen, dass wir so ganz allmählich in eine unfreie Gesellschaft schlittern – ganz ohne Zwang und Diktatur, von der Mehrheit von uns still geduldet oder gar begrüßt (und dazu gehören nicht nur Überwachungsgelüste der Regierung, sondern auch ein anti-humanistisches Menschenbild, wie es etwa in den vielen Casting-Shows vermittelt und von vielen von uns akzeptiert wird, und durchaus auch eine Entsäkularisierung).
Und dass es dann in Deutschland noch einmal eine erfolgreiche zivile (und noch dazu friedliche) Revolution geben wird wie anno 1989, ist sehr fraglich angesichts der zunehmenden technischen Möglichkeiten zur Unterdrückung einer solchen Bewegung.


"Anti-Humanistisch" finde ich

"Anti-Humanistisch" finde ich das wichtigste Wort in dem Kommentar. Zum einen trifft es die Sache sehr präzise. Zum anderen verdeutlicht es uns die Dimension dessen, was wir erleben. Der Humanismus, den wir noch in unserer Kindheit erleben durften war immerhin eine fast 250 jahre anwährenden Entwicklung.

Was sich in den letzten 30 Jahren in der westlichen Welt und in Deutschland abgespielt hat, könnte der Anfang einer ebensolangen Gegenbewegung zum Humanismus sein. Trotz Massenmedien und trotz Internet haben solche Entwicklung glaube ich immer noch die Eigenschaft, sich über Jahrzehnte und Generationen hinzuziehen.

Schreibe einen neuen Kommentar

Never published. Never spammed.
  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <a> <em> <strong> <img> <i> <b> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd> <abbr> <dfn> <var> <blockquote> <object> <embed> <param>
  • Lines and paragraphs break automatically.

More information about formatting options

Syndicate content